Interview

Was wollen Sie am WBK Siegen erreichen und was ist der Plan im Anschluss?

Ich habe mir vorgenommen, meinen Realschulabschluss zu machen und auch gut gebildet zu sein. Ich werde dabei hier auf jeden Fall auch gut gefördert und habe die Ziele bislang, so gut es geht, auch erreicht. Wenn ich den Realschulabschluss habe, möchte ich noch das Fachabi machen. Ich weiß noch nicht, ob hier oder auf der Technikerschule, wo es nur ein Jahr dauern würde. Aber hier gefällt mir die Schule sehr sehr gut und die Zeiten sind passend für mich, wie für alle, die arbeiten.

Welche Situation in der Schule war bisher am schönsten für Sie?

Ich hab mal eine 1 geschrieben in Deutsch (lacht). Insgesamt: Die Beziehung zwischen den Schülern und den Lehrern ist sehr harmonisch. Man kommt besser miteinander klar. Man fühlt sich nicht irgendwie unterlegen. Man fühlt sich einfach wohl. Und dementsprechend lernt man halt auch besser. Aus anderen Schulen kenne ich das so, dass der Lehrer klarmacht: Ich bin eine Autoritätsperson, ich habe das Sagen. Und hier ist man dem Lehrer eher gleichgestellt. Das finde ich sehr gut.

Was war die größte Herausforderung für Sie?

Am Anfang denkt man sich, man kriegt das schon alles hin. Aber über eine lange Zeit ist das schon ziemlich anstrengend. Ich arbeite ja auch vor oder nach der Schule noch als Taxifahrer. Die Sache an sich ist gar nicht so schwierig, aber langfristig diszipliniert zu bleiben, das ist das Problem. Man muss sich ja auch immer selber motivieren, da zwingt einen ja keiner zu. Und wenn man dann häufiger in der Schule fehlt – das war bei mir dieses Semester so -, dann zieht das die Noten schon runter.

Was würden Sie anderen raten, wenn diese überlegen nochmal mit Schule zu starten?

Das machen. Da spricht doch nichts dagegen. Die Förderung hier ist super. Die Lehrer sind super. Man muss doch ehrlich sagen: wenn die Schüler keine Lust auf Schule haben, liegt es doch oft an den Lehrern. Das ist hier aber nicht der Fall.

Was hat sich für Sie verändert, seit Sie in der Schule sind? Haben Sie sich verändert, inwiefern? Haben sich Ihre Ziele verändert?

Ich verstehe Mathe jetzt besser. Da habe ich immer Probleme mit Textaufgaben gehabt. Und ich war ja auch schon etwas länger aus der Schule raus. Jetzt weiß ich besser, wo ich stehe. Vor allem bin ich jetzt entschlossener. Entschlossener und disziplnierter. Man bekommt seine Ziele nicht einfach so geschenkt. Das ist mir auch bewusster geworden.





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